Warum der Polarbär zurück auf den Schreibtisch gehört
Jahrelang galt die IA als Handwerk von gestern. Ihr Standardwerk, der Polar Bear, verstaubte im Schrank. Dann kamen die Sprachmodelle. Und mit ihnen eine Erkenntnis, die Informationsarchitekten nicht überrascht: Ohne Struktur kein Kontext, ohne Kontext keine brauchbare Antwort.
Inzwischen buchstabiert die Fachwelt es aus. Die Nielsen Norman Group versteht „Context Architecture" als Übertragung von IA-Prinzipien auf KI-Systeme, damit Agents Informationen richtig deuten. Und Patrick Neeman bringt es auf die schönste Formel: Informationsarchitektur ist das Fundament, nach dem die KI seit Jahren lechzt. Der Polarbär steht also aus Gründen im Schrank – bereit zum Angriff.
Das Handwerk
Was du brauchst, wo du es findest: Nutzer wollen es nützlich, möglichst einfach und manchmal unterhaltsam.
Informationsarchitektur kümmert sich um das Gelingen:
- Informationselemente – definieren, bezeichnen, find- und navigierbar machen
- Informationsräume – eröffnen, organisieren, strukturieren, gestalten
- Informationsprozesse – vereinfachen, die Nutzbarkeit von Anwendungen verbessern
Drei Zeilen, geschrieben viele Jahre vor ChatGPT. Man ersetze „Anwendungen" durch „Agents" – der Rest darf bleiben.
Einsicht zum Abschluss: Das Verbindende zwischen Baukunst und Informationsarchitektur ist der Wunsch ihrer Nutzer, dank kluger Entwürfe bequemer zu leben.
Weiterlesen
- Patrick Neeman: Information architecture is the foundation AI is starving for
- Paz Perez: Context Architecture (Nielsen Norman Group)
- Context Design – wie ich das heute in KI-Projekten anwende